Von der Unmöglichkeit, das Verb „vergessen“ zu konjugieren

deutschschwerSeit November 2015 unterrichte ich Flüchtlinge. Eigentlich bin ich von Beruf Journalist, politischer Korrespondent, mit vielen Jahren Berichterstattung aus und im Mittleren Osten. Das Grauen, das die Zivilbevölkerung vor allem in Syrien jahrelang erlitten hat, erreichte täglich meinen Schreibtisch. In Form von Bildern, die man in Deutschland aus Rücksicht auf Leser und Zuschauer nicht zeigen mochte. Stattgefunden hat das Grauen gleichwohl. Nur eben für die Opfer. Aber nicht, mit all den schrecklichen Details, in deutschen Wohnzimmern.

Als sich die Flüchtlingskrise im letzten Herbst zuspitzte, war es klar, dass alle Kräfte gebündelt werden müssen, um diese Herausforderung zu meistern. Die Erfahrungen, die ich im Mittleren Osten gewonnen hatte, und meine guten Fremdsprachenkenntnisse veranlassten mich zu der Entscheidung, neben meinen Beruf, zumindest für die akute Übergangszeit, in Teilzeit Flüchtlinge in DaF-Kursen zu unterrichten. Es handelt sich dabei um die Unterrichtsmodule „Deutsch als Fremdsprache“, mit der Flüchtlinge, die in Deutschland ankommen, die allerersten Sprachkenntnisse erwerben können, damit die Integration später besser klappt.

Seit November unterrichte ich nun an zwei Tagen pro Woche 21 Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak, dem Iran, Afghanistan, Tunesien, Albanien und Armenien und vermittle ihnen das Rüstzeug zu ersten Begrüßungskonversationen und Übermittlung von Angaben zur Person bei deutschen Behörden. Über den Krieg in Syrien, über die Schrecken im Irak, Iran oder Afghanistan reden wir nicht. Auch nicht über politische Verfolgungen in den anderen Ländern. Ich kenne die Verhältnisse, aber ich meide sie im Unterricht. Denn bei mir sollen die Flüchtlinge Deutsch lernen, die Möglichkeit erhalten, in Deutschland anzukommen, sich zurecht zu finden, ruhig zu werden. Die Schrecknisse der gefahrvollen Fluchten sind mir gut bekannt. Auch darüber reden wir nicht.

Bis zu dem Tag, als der junge Iraker T. zitternd vor mir steht und mir seinen Asylanerkennungsbescheid hinhält. Seine Familie gehört zu den Jesiden. Sie sind zu Tausenden vor dem mordenden Mob des sogenannten Islamischen Staates geflohen, über dreitausend jesidische Männer fielen der IS in die Hände und haben die anschließenden Massaker nicht überlebt. T. besaß ein Haus, zwei Autos und ein Geschäft. Heute ist er 28 Jahre alt und lebt von 143 Euro Unterstützung für Flüchtlinge. „Wir haben alles zurücklassen müssen“, erzählt er mir tonlos, „wir konnten nur unser nacktes Leben retten.“

Wir, das sind er und seine Frau und die zwei kleinen Kinder. Er zeigt mir auf seinem Smartphone Fotos. Über 3200 hat er dort gespeichert und wird nicht müde, sie durchzugehen. Seit einem halben Jahr hat er seine Frau und die Kinder nicht mehr gesehen, kommuniziert mit ihnen, die noch unter erbärmlichen Bedingungen in einem Flüchtlingscamp im Nordirak ausharren, per WhatsApp. Er hat zauberhafte Kinder und eine sehr sympathische, klug aussehende Frau. Ich gratuliere ihm, und er strahlt vor Freude, kann aber seine Tränen nur schwer unterdrücken.

„Damit sie sicher sind, bin ich übers Meer geflohen, habe ich all diese Gefahren auf mich genommen …“, sagt er und seine Stimme versagt. „Ich wollte nicht, dass Ihnen etwas zustößt …“ Dann gibt er sich einen Ruck. „Jetzt können wir endlich leben. Endlich!“ Und setzt mit leiser Stimme nach: „Es hat sich gelohnt.“ Stumm schaut er auf die Bilder auf seinem Smartphone. Sein Gesicht spiegelt eine Mischung aus fassungslosem Glück – und Angst.

Das zuständige Amt blockt

Seit diesem Tag im Dezember bemüht er sich um die Familienzusammenführung, die ihm nach geltendem deutschen Recht zusteht, will endlich seine Frau und Kinder in Sicherheit und in seinen Armen wissen. Doch beim zuständigen Amt, wo er den Antrag abgeben will, weist ihn die Empfangsdame barsch ab. Seine Frau solle sich erst einmal ein Visum für Deutschland besorgen!

Diese Auskunft ist nicht nur falsch, sie ist im Ergebnis auch gefährlich. Denn auf derartige Termine zur Beantragung eines Visums bei Deutschen Auslandsvertretungen muss man unter Umständen viele Monate warten. Nach deutschem Gesetz muss T. den Antrag auf Familienzusammenführung aber innerhalb von drei Monaten stellen, anderenfalls verliert er das Recht, seine Frau und Kinder in die Freiheit nachzuholen. Wenn die Auslandsvertretung erst in vier Monaten einen Termin zur Visumbeantragung einräumt, war für T. alles umsonst.

Ein Vertreter eines deutschen Wohlfahrtsverbandes, der von der Kommune für die Flüchtlingsarbeit eingesetzt ist und die örtlichen Flüchtlingsunterkünfte betreut, wendet sich an den zuständigen Leiter der Behörde. Er verweist auf den befremdlichen Vorgang und mahnt an, dass man T. wenigstens eine Vorabbescheinigung ausstelle, dass dieser die Familienzusammenführung beantragt habe. Nur so sei sichergestellt, dass die Drei-Monats-Frist nicht versäumt wird.

Der Leiter antwortet per E-Mail. Er sei bereit eine solche Vorabbescheinigung auszustellen, aber dafür müsse T. erst einmal die erforderlichen Unterlagen vorlegen. Es handelt sich um die Personendaten der Frau und der Kinder. Eben jene Unterlagen, deren Annahme die Empfangsdame des Amtes verweigerte. Auf diesen Vorgang geht der Leiter mit keiner Silbe ein. Auch nimmt er nicht zur Kenntnis, dass T., nachdem er abgewiesen wurde, es dabei nicht beließ, sondern die gesamten Unterlagen, ein fast 20-seitiges Konvolut aus Heiratsurkunde, Personenstandsanzeige, Personendaten nebst allen erforderlichen amtlich beglaubigten Übersetzungen noch am selben Tag per Post an die Behörde geschickt hat. Nun verlangt der Leiter des Amtes diese Unterlagen erneut und ignoriert, dass sie sich längst in der Behördenakte befinden.

Derweil belehrt er den anerkannten Flüchtling T. in der E-Mail über die Wichtigkeit, einen Termin bei einer Deutschen Auslandsvertretung zur Stellung eines Visumantrags für seine Frau zu vereinbaren – und erlaubt sich noch den Hinweis, wie schwierig es sei und wie lange es dauern könne, bis ein solcher Termin vergeben wird.

Das weiß T. längst selber. Auch in dem Punkt hat sich der anerkannte Flüchtling nichts vorzuwerfen. Mit allen Kräften ist es ihm in der Zeit, in der das zuständige Amt verweigerte und zauderte, gelungen, für seine Frau einen Termin bei der Deutschen Botschaft in Ankara für Ende Februar zu bekommen. Er will nichts unversucht lassen, denn er weiß, die Uhr tickt. „Ich habe keine Zeit“, sagt er mir verzweifelt. „Ich kann mir keine Fehler leisten.“ Eine Einstellung, die man beim Leiter des zuständigen Amtes vergeblich sucht.

Die türkischen Behörden spielen nicht mit

Doch Mitte Februar kommen weitere schlechte Nachrichten. Zwar hat das deutsche Generalkonsulat in Erbil im Nordirak der Frau schriftlich bescheinigt, dass sie an einem bestimmten Tag Ende Februar einen Termin bei der Deutschen Botschaft in Ankara hat – doch das türkische Generalkonsulat in Erbil weigert sich, der Frau für diese Reise ein türkisches Visum auszustellen. Erst einmal solle T. beweisen, dass er sich tatsächlich in Deutschland aufhalte!

Die Zeit rennt davon. Bis zum Termin bei der Deutschen Botschaft in Ankara sind es nur noch wenige Tage. Einmal mehr steht T. nach dem Unterricht vor mir und zittert. An das Konjugieren von deutschen Verben ist nicht zu denken. Ihn treibt nur die Angst um, seine Familie nicht aus der Gefahr holen zu können. Wir überlegen, was zu tun ist.

Zu Hause setze ich mich noch in der Nacht hin und schreibe an das Deutsche Generalkonsulat in Erbil eine E-Mail, leite wichtige Papiere und amtliche Urkunden, die mir nun als Scan vorliegen, an das Generalkonsulat weiter, bestätige, dass T. noch an diesem Nachmittag, wie immer zwei Mal die Woche, an meinem Unterricht teilgenommen hat und sich insofern selbstverständlich in Deutschland befindet! Ich bitte, auf dem kurzen Dienstweg ausnahmsweise ganz kurzfristig der türkischen Behörde dies zu bestätigen, damit die Antragstellung des Visums in Ankara nicht gefährdet wird. Auf der Website des Deutschen Generalkonsulats wird darauf hingewiesen, dass für Termine dieser Art mit einer Vorlaufzeit von mindestens einem Monat zu rechnen ist. Doch T. hat nur noch vier Tage Zeit.

Das Deutsche Generalkonsulat in Erbil reagiert vorbildlich, wie man es sich von dem örtlich zuständigen Amt in Deutschland gewünscht hätte. Keine vier Stunden nach meiner E-Mail, um 6:43 Uhr morgens, erhalte ich Antwort. Eine Meldebescheinigung dürfe man nicht ausstellen, heißt es da. Man habe aber ausnahmsweise die zugeschickten Urkunden an das türkische Generalkonsulat weitergeleitet mit der Bitte, der Frau von T. ein Visum für den Besuch in Ankara auszustellen. Fünf Stunden später überschüttet mich T. mit E-Mails und Benachrichtigungen. Die Türkei hat das Visum ausgestellt! Er schöpft wieder Hoffnung. Und Lebensmut.

Der Schrecken Syriens im Unterricht

Während all dies, unbemerkt von den anderen, diskret im Hintergrund geschieht, geht der Unterricht mit meinen Flüchtlingen weiter. Von den 21 Schülern und Schülerinnen kommen allein 16 aus Syrien. Nur einmal haben wir uns in der Klasse über Politik unterhalten, als es um die Vorfälle in Köln am Silvesterabend ging und Syrer, fälschlicherweise, wie man heute weiß, pauschal zum Sündenbock und zur Angriffsfläche fremdenfeindlicher Beschimpfungen gemacht wurden. Meine Schüler waren entsetzt über das, was in Köln geschehen war, waren sichtbar entrüstet. Mehr noch aber – sie waren verletzt. Keinem einzigen meiner Schüler wäre derartiges Verhalten zuzutrauen, für jeden Einzelnen würde ich, nach über einem Vierteljahr Unterricht, bedenkenlos die Hand ins Feuer legen. Dass sie alle unter Generalverdacht kamen, dergleichen Verhaltensweisen zu zeigen, hat sie schwer getroffen. Doch beschwert haben sie sich nicht. Die Schande, dass man ihnen so etwas zutraut, haben sie stumm geschluckt. Ihre Empörung galt dem Verhalten derer, die als vermeintliche Flüchtlinge kamen, und doch ganz anderes im Sinn hatten. Und ihre Anteilnahme jenen Frauen, die darunter zu leiden hatten. Es waren echte Bekundungen, keine gespielten.

Vielleicht fällt es meinen syrischen Flüchtlingen nicht schwer, so zu reagieren, denn die wirkliche Not, die sie hat nach Deutschland fliehen lassen, ähnelt jener von T. Es geht um das nackte Überleben und den vielfältigen Tod, den sie in Syrien als tägliche Realität ertragen mussten und nicht mehr ertragen konnten.

In den ersten Unterrichtsstunden, zu Beginn des Kurses, brachte ich ihnen bei, wie man sich bei einer Begrüßung auf der Straße vorstellt, wie man nicht nur beantwortet, aus welchem Land man kommt, sondern auch aus welcher Stadt. So erfuhr ich, was mir die Anmeldebögen nicht vermittelten, die Orte des Schreckens, aus denen meine Schüler geflohen waren.

M. ist ein 29jähriger Elektroingenieur. Als er mir sagte, dass er aus Idlib sei, brauchte ich nicht mehr zu erfahren. Das Grauen, das diese Stadt und umgebende Provinz erlebt hat, ist für jeden nachlesbar gut dokumentiert. Ich musste M. nicht darauf ansprechen. Und im Verlauf der weiteren Unterrichtsstunden konnte ich sehen, was er durchgemacht hatte. Immer wieder verliere ich ihn während des Unterrichts, sackt er plötzlich in sich zusammen, stiert leer vor sich hin, mal auf den Tisch, mal auf den Teppich, mal hinaus aus dem Fenster. Doch er sieht nicht, was vor ihm ist. Er fällt aus dem Leben und in eine traumatische Erinnerung, die ihn sichtbar quält. Mit sanften Worten und Fragen locke ich ihn dann zurück in die Klasse und tue so, als hätte ich nichts bemerkt. Doch sein Verhalten macht mir Sorgen.

M. bräuchte dringend psychologische Hilfe und die Betreuung durch Traumatologen. Aber eine solche Hilfe steht nicht zur Verfügung. Auf Hunderte von Flüchtlingen in mehreren Unterkünfte kommt gerade einmal ein vom Amt bestellter Arzt, der sich um das Nötigste kümmern soll und überlastet ist. Die kaputte Seele gehört nicht zu seinem Aufgabengebiet. Ehrenamtliche Traumatologen, die hier versuchen zu helfen, sind über ein Jahr im Voraus ausgebucht und die Warteliste wird jeden Tag länger. M. kann nicht einmal davon träumen, hier Hilfe zu finden, und jene, die wie ich diese Flüchtlinge unterrichten, sind für traumatologische Versorgung nicht ausgebildet. Wir können nur sensibel reagieren und immer wieder versuchen, an der Seele beschädigte Flüchtlinge aus ihrer inneren Versenkung des Grauens zu holen. Und Verständnis aufzubringen.

Die Lage spitzt sich zu

Als russische Kampfjets Anfang und Mitte Februar die Städte und Umgebungen von Idlib und Aleppo hemmungslos bombardieren und auch vor Krankenhäusern und Schulen nicht Halt machen, als von unabhängigen Beobachtern bestätigt wird, dass dabei über 400 Zivilisten getötet wurden, steckt mir beim Lesen dieser Nachricht die Angst um meine Flüchtlinge und ihre Familien im Nacken. Welcher meiner Schüler erhält des Nachts eine WhatsApp-Nachricht, dass sein Bruder, Vater, Schwester oder Mutter vielleicht unter den Opfern ist, zur falschen Zeit am falschen Ort einkaufen ging?

Ich beschließe, diesmal in der Klasse darüber zu reden. Auf Englisch. Denn mit den Deutschkenntnissen, über die sie bisher verfügen, wäre das nicht zu vermitteln.

Ich sage Ihnen, dass mir ihre Angst bewusst ist, dass ich ihre Sorgen durchaus kenne, auch wenn ich sie im Unterricht nicht thematisiere. Und ich verstehe auch, wie schwer es ihnen fällt, unter solchen Bedingungen Verben zu konjugieren oder Vokabeln zu behalten.

M. schaut mich erschöpft an. „Wenn man morgens solche Nachrichten hört …“ sagt er stockend und schweigt. Dann schüttelt er verzweifelt den Kopf. „Man kriegt dann nichts in sein Gehirn, nichts.“

Seine Angst ist mit Händen zu fassen. Ich weiß, dass sich M. jeden Nachmittag bemüht, seinen Bruder in Idlib über WhatsApp zu erreichen. Wegen des schlechten Empfangs dort ist dies nur möglich, wenn der Bruder dafür zu einer verabredeten Zeit auf das Dach des Gebäudes steigt. Die Gefahr, heruntergeschossen zu werden, begleitet jede ihrer Konversationen.

Ich vermittle meinen Schülern, dass mir diese Schwierigkeiten bekannt sind. Aber dass ich bewusst im Unterricht nicht darüber rede, denn ich will, dass sie hier, wenigstens drei Stunden lang, einmal nicht an das Grauen zu Hause denken müssen. Wir haben gerade die Begriffe „draußen“ und „drinnen“ gelernt. „Draußen“, sage ich, „ist der Schrecken. Hier drinnen aber möchte ich, dass Sie abschalten von dem da draußen, für drei Stunden leben können, ohne Angst, und mit Spaß und Freude.“

Über die Gesichter, die bisher düster in sich gekehrt waren, huschen flüchtige Anzeichen dankbaren Lächelns. Man hört ein Aufatmen und spürt die Bereitschaft, dieser Idee zu folgen. Bienenfleißig, wie in all den letzten Wochen, bemühen sie sich dann um Vokabeln und Redewendungen, um Satzbau und Fragestellungen.

Dann steht Deutschland auf dem Programm. Ich projiziere eine große Karte an die Tafel und wir gehen Bundesländer und Hauptstädte durch. Um ihnen zu verdeutlichen, was es mit der DDR auf sich hatte und welcher Teil des heutigen Deutschlands damals abgetrennt war, male ich von der Nordsee bis zur südöstlichen Grenze den Todestreifen und in Berlin die Mauer in die Karte und erzähle ihnen, was damals geschah, wie es um den Schießbefehl stand und dass junge Menschen mitten in Berlin erschossen wurden.

Da richtet sich der sonst stets scheue, zurückhaltende S. plötzlich auf und sagt aufgeregt: „So ist es auch in Aleppo.“

„Es gibt dort eine Mauer?“, frage ich für einen Moment erstaunt zurück, denn das ist mir bei allem Unheil, das über diese syrische Stadt gekommen ist, neu.

„Nein“, sagt er sichtlich verstört. „Aber es gibt dort eine unsichtbare Grenze mitten durch die Stadt. Wer hinüber will, läuft Gefahr, von Scharfschützen erschossen zu werden.“

Er schaut mich mit bleichem Gesicht an und denkt erkennbar an die Familie, die noch immer dort aushalten muss, eingekesselt zwischen Syrischer Armee und Rebellengruppen. Ob sie bei all den Scharfschützen, den Bomben von Assad und den Kampfjetangriffen der Russen die nächste Nacht, den nächsten Tag überleben wird?

Ich frage mich, ob jene, die draußen auf der Straße pöbeln, „die Flüchtlinge“ würden ja nicht einmal ordentlich Deutsch lernen, eine Ahnung davon haben, welche Leistung meine Schüler vollbringen, die in dicht gedrängten Zeltunterkünften ihre Hausarbeiten machen, ihre Traumatisierungen zu beherrschen versuchen und mich mit ihrem zähen Willen, lernen zu wollen, Woche für Woche aufs Neue begeistern.

Und ich frage mich, wie ich meinen Flüchtlingen das Konjugieren des Verbs „vergessen“ beibringen soll, wenn ihnen gerade solches ohne Hilfe nicht gelingen wird.

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