Airport-Chef Bremen: „Jetzt sind wir viel sympathischer!“

Am Wochenende horchte man in Deutschlands Norden auf. Der Flughafen Bremen, bisher als „City Airport Bremen“ bekannt, wurde in einen spektakulären Kraftakt zum „Bremen Airport“ umbenannt und erhielt ein neues, die Sinne berauschendes Logo. Geschäftsführer Jürgen Bula, bekennender Olivenöl-Ciabatta-Fan, erzählt im Interview, wie es dazu kam, warum er bei Hautcremes schwach wird und warum er jetzt mehr Urlaubsgrüße bekommt.

Frage: Herr Bula, der Flughafen Bremen hat sich einen neuen Namen und ein neues Logo gegeben, wie kam es dazu?

Bula: Der Flughafen Bremen ist das Flugdrehkreuz schlechthin im Bundesland Bremen, da kann uns hier keiner das Wasser reichen.

Frage: Es ist aber auch der einzige Flughafen in Bremen.
BRE Logo
Bula: Man kann die Dinge auch schlecht reden.

Frage: Und der neue Markenauftritt war der Wunsch, auszudrücken, dass man einzigartig ist?

Bula: Ja. Das hat uns angespornt, noch besser zu werden, noch innovativer, noch kundenfreundlicher. Wer rastet, rostet. Das ist auch in der Luftfahrt nicht anders, auch wenn jetzt überall Kunststoff verbaut wird.

Frage: Und da war der alte Name im Wege?

Bula: Mit dem „City Airport Bremen“ sind wir nicht schlecht geflogen. Immerhin werden wir von Passagieren in Bremen und umzu gerne genutzt. Aber auf die Dauer klang der Name doch stumpf, verstaubt, atmete einfach keine Modernität mehr aus, die wir hier für uns in Anspruch nehmen.

Frage: Und nun also „Bremen Airport“. Das klingt revolutionär. Wie kamen Sie auf diesen ungewöhnlichen Einfall?

Bula: Ja, nicht wahr, das geht einem gleich gut runter, wenn man das hört. „ Bremen Airport“. Das hebt uns automatisch ab von langweiligen Namen wie „Frankfurt Airport“ oder „Stuttgart Airport“ oder „Hannover Airport“ – alles so Namen, die in ihrer simplen Wortfolge einfach nichts aussagen. Da halten wir in Bremen jetzt ganz couragiert dagegen!

Frage: Und das neue Logo?

Bula: Ist zeitgemäß, frisch und modern. Und in vielen langen Nächten von hochkarätigen Werbefachleuten ausgetüftelt. So etwas hat nicht jeder!

Frage: Hinter diesem sensationellen Design liegt doch aber ein Geheimnis? Das fällt einem doch nicht jeden Tag ein?

Bula: Gut, ich gebs zu, ein wenig Nostalgie schwingt hier mit. Ich bin als Kind immer gerne mit Creme 21 eingerieben worden, meine Mutter hat das fantastisch gemacht. Und da habe ich zu der Werbeagentur gesagt: So etwas will ich. Etwas Sanftes, das gut einzieht, mit fröhlich großen Buchstaben, die auch die Kleinen gerne mögen, und rund, so wie damals die Dose war. Einfach herrlich. Wer so etwas einmal erlebt habt, vergisst das doch nicht!
Creme 21
Frage: Und die Kunden nehmen beides gut an?

Bula: Erwartungsgemäß sind unsere Kunden und Gäste hin und weg von dem neuen Namen und dem neuen Logo. Mit diesem Branding sind wir gut aufgestellt. Das ist nun auch optisch eine runde Sache. Der Bremen Airport zeigt sich damit glaubwürdig und selbstbewusst. So etwas gefällt den Passagieren.

Frage: Wenn man einen roten Kreis malt, ist man glaubwürdig?

Bula: Ein Kreis ist nicht zu verstecken, er ist immer präsent. Marketingpsychologie. Muss man können. World starts here!

Frage: So.

Bula:  Aber damit nicht genug. Unser neues Logo und unser neuer Namen machen uns sympathischer und internationaler.

Frage: Wie macht sich das bemerkbar?

Bula: Seitdem wir Bremen Airport heißen, sind alle gleich viel netter zu uns. Die Passagiere schicken uns jetzt viel häufiger Postkarten aus dem Urlaub oder laden uns sogar zum Grillen ein. Und wir kriegen jetzt auch schon mal Post aus Übersee!

Frage: Sie sagen: „unsere Kunden und Gäste“. Können Sie uns den Unterschied kurz erklären?

Bula: Kunden müssen für eine Leistung bezahlen. Wenn wir Gäste sagen, klingt das einfach netter. Aber bezahlen müssen sie natürlich trotzdem, also, so gehts ja nicht (lacht).

Frage: Bis 2018 soll obendrein auch das Terminal für 10 Millionen Euro saniert werden, wie muss man sich das vorstellen?

Bula: Also, die Arbeiten haben gerade begonnen, und wenn das alles fertig ist, wird der Bremen Airport noch mehr Begeisterung bei den Passagieren auslösen. Neben Serviceeinrichtungen werden wir hinter der Sicherheitskontrolle einen Hospitality-Bereich anbieten, da bleiben dann keine Wünsche offen.

Frage: Ein Spital im Flughafenbereich ist ja auch eine innovative Idee. Wie viele Betten planen Sie da?

Bula: ….

Frage: Wie viele Ärzte kommen da zum Einsatz?

Bula: Ich glaube, Sie haben da etwas missverstanden. Ich sagte „Hospitality“-Bereich. Mit einem Hospital hat das nichts zu tun!

Frage: Klären Sie uns auf!

Bula: Café, Bier-Bar, so‘n Zeugs. Hospitality eben. Mein Gott, sprechen Sie denn kein Deutsch?

Frage: Und der Fließbandarbeiter in Bremen-Sebaldsbrück bei Mercedes sehnt sich nach Hospitality in einem Flughafen?

Bula: Da gibt es unabhängige, internationale Studien. Ohne Hospitality geht heute überhaupt gar nichts mehr im Luftverkehr. Da hebt gar nichts mehr ab, ob mit oder ohne Fließbandarbeiter!

Frage: Und was planen Sie noch?

Bula: Jetzt fragen Sie den Richtigen! Heute gehört ein angenehmer Abflugbereich mit Gastronomie-Angeboten und einem schönen Duty Free-Shop an allen deutschen Flughäfen zur Serienausstattung – und das wird es zukünftig auch am Bremen Airport geben.

Frage: Und das fehlte bisher?

Bula: Nun ja, wir hatten da so eine kleine Kaffee-Ausschank-Klitsche mit matschigen Brötchen, der große Wurf war das nicht.

Frage: Aber billig wird das doch nicht, oder, so ein Umbau?

Bula: Wer mit der Zeit gehen will, muss investieren. Unser Smart Departure-Umbau wird rund 10 Millionen Euro kosten.

Frage: Smart Departure-Umbau?

Bula: Genau.

Frage: Und der Dumb Departure-Umbau, wann kommt der?

Bula: Bitte?

Frage: Bezieht sich das „Smart“ übrigens auf Departure oder auf den Umbau?

Bula: Ich kann Ihnen im Moment nicht folgen.

Frage: Andersherum gefragt: Wie finanzieren Sie das Ganze?

Bula: Ganz aus eigener Kraft.

Frage: Und das heißt?

Bula: Nun, wir machen im Jahr 1,1 Millionen Euro Gewinn. Das Ergebnis in diesem Jahr wird maßgeblich von den Tourismus-Verkehren nach Süd-Ost Europa bestimmt. Dabei nehmen die Türkei-Verkehre, die rückläufig sind, eine große Rolle ein. Deshalb müssen wir in diesem Jahr unsere Gewinnerwartungen zurückschrauben. Die Finanzierung ist also gesichert.

Frage: Wenn Sie nur 1,1 Millionen Gewinn regulär haben und dieses Jahr noch weniger – fehlen dann nicht rund 9 Millionen in der Kasse?

Bula: Eines kann ich Ihnen mit auf den Weg geben. Ich bin vielleicht von Auswärts, aber dass Sie nicht von Bremen sind, merkt man sofort. Von der Staatlichen Bremischen Rechenmethode haben Sie effektiv keine Ahnung. Woher kommen Sie überhaupt?

Frage: Vom Bodensee.

Bula: Schicken Sie mal eine Karte. Wir freuen uns darüber. Aber schreiben Sie „City Airport Bremen“ drauf, sonst kommt die vielleicht nicht an. Der Briefträger ist das noch nicht so gewohnt.

Frage: Zum Abschluss vielleicht noch eine persönliche Frage. Wenn Sie ab jetzt vom neuen „Bremen Airport“ in den Urlaub fliegen, was nehmen Sie dann mit?

Bula: Olivenöl, Ciabatta und Creme 21.

Frage: Wir danken für das Interview.

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Unter Verwendung von Originalzitaten.
Das Gespräch führte Jens M. Lucke (oder auch nicht)

 

BRE Logo

Creme 21

World starts here !

 

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